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Der
Nikolaus ist kein Weihnachtsmann
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Text: Volker
Teutschländer

„Der
Nikolaus ist nicht der Weihnachtsmann“

ZDF-Moderator
Peter Hahne ruft gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk die
„weihnachtsmannfreie Zone“
aus:

„Uneigennützigkeit,
Nächstenliebe, Solidarität, Schenken und Teilen
–
das sind Werte, die ich mit Sankt Nikolaus verbinde. Er ist ein
hervorragender Wegbereiter für die Weihnachtsbotschaft.
. Der Weihnachtsmann jedoch ist ein Packesel der
Konsumgesellschaft. Diese Figur des Kaufrausches hat nichts mit
dem Heiligen Nikolaus zu tun, der uns noch heute lehrt: Schenken
macht nicht ärmer, sondern reicher!“ (Quelle:
www.bonifatiuswerk.de)

„Die
Wahrheit über den Nikolaus“ von Heinrich
Tischner:

Odenwälder
Brauchtum am Nikolaustag und an Weihnachten von der
Hans-von-der-Au-Gruppe Erbach:

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Der
6. Dezember ist der Tag des Heiligen Nikolaus. Auch in der
hiesigen, ehemals rein protestantischen Gegend kennt jeder seinen
Namen und begeht bewußt oder unbewußt seinen
Namenstag. St. Nikolaus besucht die Kinder, beschenkt die braven
und ermahnt die anderen – nicht der Weihnachtsmann!
Der
Mühltaler Nikolaus trägt nicht rot-weiße
Coca-Cola-Werbefarben. Er ist schon in die hiesige Gegend
gekommen, da gab es Coca-Cola überhaupt noch nicht. Er kommt
auch nicht im Rentierschlitten, wie es uns aus Amerika
weisgemacht wird. Auch kriecht er nicht durch den Schornstein
oder das offene Kamin in die Wohnstube. Er kommt natürlich
auch nicht schon am Vorabend seines Namenstages, und in Stiefel
füllt er seine Gaben ebenfalls nicht. Nicht einmal einen
Knecht Ruprecht braucht er hierzulande.
Wer den
Nikolausabend „standortgerecht“ begehen will, kann
ihn so feiern, wie das auch in anderen deutschen Landen so oder
ähnlich geschieht:
Auf keinen Fall verläuft sich
ein Weihnachtsmann ins Mühltal! Der Nikolaus kommt zu den
einheimischen Kindern, heißt aber hier „Pelznickel“.
„Nickel“ ist nichts anderes als die hiesige
Mundartfassung von Nikolaus. Er kommt „von drauß' vom
Walde“, deshalb der winterliche Pelz und danach sein Name -
auf Mühltaler Odenwälderisch aber verbalhornt „Bels-“
oder „Bensnickel“.
Über
seine traditionelle Aufmachung zitiere ich die
Heinrich-von-der-Au-Trachtengruppe aus Erbach:
„Der
Belznickel ist eine männliche Gestalt mit langem, verfilztem
Bart, die einen langen, dunklen, zerschlissenen Mantel trägt.
Dieser wird um die Hüfte herum mit einem Strohseil oder
einer Kette zusammen gehalten. Das Gesicht ist in der Regel
geschwärzt. Auf seinem Haupt sitzt ein breitrandiger
Schlapphut, und die Füße stecken in derben Stiefeln.
Der Rücken ist mit Stroh ausgestopft, so dass die Aufmachung
dem Belznickel ein unheimliches Aussehen verliehen wird. Der
Belznickel führt einen gefüllten Sack von Äpfeln
und Nüssen und eine Rute mit sich. Die Rute besteht aus
Birkenreisig.“
Und
er kommt am 6. Dezember während oder bald nach der
Abenddämmerung. Er stapft mit Gepolter in die Stube, ruft
die Kinder um sich, liest ihnen evtl. aus dickem Buch die
Leviten, lobt, ermahnt und beschenkt sie dann vor seinem
polternden Abschied. Gewisse Unterschiede im Brauchtum gibt es
allerdings sogar zwischen den Mühltal-Ortschaften: Adam
Breitwieser weiß noch, daß bis zur Nachkriegszeit
kein Nikolaus in Nieder-Beerbach von Haus zu Haus ging, sondern
eine Horde halbwüchsiger „Bensnickel“ in die
Häuser eindrang, kleine Gaben erwartete und wohl auch die
Rute schwang.
Die wahre Geschichte des
Heiligen Nikolaus, des Bischofs von Myra und Wohltäters
vieler Menschen, spielte sich vor über tausend Jahren ab.
Sie an den Tagen um den Nikolausabend herum wieder einmal nach-
und vielleicht auch vorzulesen ist ein empfehlenswerter Schritt
auf dem Weg, Weihnachten zu erwarten.
In katholischen
Gegenden oder in katholischen Häusern trägt der
Nikolaus einen goldenen Mantel, eine Mitra und einen
Bischofsstab. In unserer protestantischen Gegend ist das verloren
gegangen. Der Nikolaus als Gabenbringer ist hier seit der
Lutherzeit vom Christkind zurückgedrängt worden.
Bemühungen bestehen seit einigen Jahren, den Nikolaus-Brauch
zu seinen Ursprüngen zurückzuführen. Eine
„weihnachtsmannfreie Zone“ führt dann vielleicht
nicht nur zurück zum Nikolaus, sondern auch wieder vom
Weihnachtsbaum zum Christbaum.
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