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Die örtlichen Gemeinschaften > Brauchtum

Stand: 01.12.2008


























Bräuche an Ostern


Text:
Volker Teutschländer


















Nicht nur der Osterhas' legt Eier


Steht auch der Palmhas' eigentlich auch schon auf der roten Liste oder ist er gar schon ausgestorben? Früher kam er am Palmsonntag in jedes Haus – jedenfalls in solche, in denen Kinder zu Hause waren. Und das war ja ehemals in jedem Haus! Und für jedes Kind brachte er ein Osterei.

Es soll Häuser geben, in denen noch Kinder zu Hause sind und zu denen eine Woche vor Ostern noch heute der Palmhas ein Osterei bringt, um Spannung und Vorfreude auf Ostern eine Woche später zu pflegen.


Die Glocken sind nach Rom geflogen“


Der Osterhase kommt am Ostersonntag! So selbstverständlich ist das in Mühltals Partnerstadt Nemours nicht – der eierlegende Hase ist im Gegenteil weitgehend unbekannt. „Partnerschafts-Aktivistin“ Marianne Hohlmann berichtet über einen dortigen Brauch:

Anstelle von Eiern und Hasen in allen eßbaren Materialien findet sich in den Läden der Partnerstadt derlei in Form von Fischen und Glocken. Denn die echten Kirchenglocken läuten ab Gründonnerstag nicht mehr! „Sie sind nach Rom geflogen, um dort gesegnet zu werden.“ Aber am Ostertag kommen sie wieder zurück, beladen mit Süßem für alle braven Kinder!

Der Brauch bei unseren französischen Nachbarn stimmt im wesentlichen mit den Bräuchen in vielen katholischen Landen überein. Das Glockenläuten in der Karwoche und an Ostern hat eine Parallele in vielen protestantischen Gemeinden: Die Passionszeit geht in der Karwoche auf ihren Höhepunkt zu. Wie in vielen christlichen Kirchen (auch im Mühltal) schweigen entweder alle oder die meisten Glocken des Geläutes, um dann am Ostermorgen wieder in vollem Schalle die Auferstehung des Herrn zu bejubeln – und zu verkünden, daß es an der Zeit ist, die braven Kinder zu beschenken!


Aus den Läutebräuchen vor Ostern

Ein Beispiel aus der Läuteordnung der ev. Kirche Nieder-Ramstadt:


In der Passionszeit wird samstags; 18.00 Uhr, nur mit 2 (statt 4) Glocken der Sonntag eingeläutet.

In der Passionszeit wird nur mit 3 (statt 4) Glocken zum Sonntagsgottesdienst gerufen.

An Gründonnerstag unterbleiben das tägliche 17- und das 19-Uhr-Läuten. Dafür läuten 2 Glocken zur Zeit des letzten Abendmahls Jesu um 18.45 Uhr.

An Karfreitag wird nur mit einer Glocke zum Gottesdienst gerufen, und an Karsamstag schweigen alle Glocken.


Mehr über Odenwälder Osterbrauchtum von der Hans-von-der-Au-Gruppe Erbach: