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Der
Frankensteiner Wasseresel
Eine
„wahre Geschichte von der Burg Frankenstein“, hat
Elisabth Bergsträßer, Nieder-Beerbach, (20.1.1887 –
17.10.1977) im Jahre 1975 im Alter von 88 Jahren verfaßt.
Frieda Spangenberg, Nieder-Beerbach, hat das Gedicht
abgeschrieben am 14.3.2008. Adam Breitwieser hat es für die
Veröffentlichung an dieser Stelle zur Verfügung
gestellt.
Den
geschichtlichen Hintergrund hat Michael Müller im Internet
beschrieben:
Wohl
mehr als 670 Jahre wurde der größte
Teil des benötigten Wassers aus einer östlich gelegenen
Quelle herauf getragen. Dazu wurden sowohl Pferde als auch Esel
eingesetzt. Die Verantwortung hierfür wechselte zwischen den
beiden auf der Burg lebenden Familienzweigen im jährlichen
Turnus. An den Wasserdienst war auch die Pflicht gebunden, den
Nachtwachen eine tägliche Ration Wein auszugeben.
Betritt
man die Burg durch den westlichen Haupteingang, sieht man gleich
links ein kleines Gebäude. Einer Bestandsaufnahme aus dem
Jahr 1556 zufolge stand hier der Stall, in dem die Tragtiere
untergebracht waren. Das Tragtier wurde von einer Magd oder einem
Knecht begleitet. Zusammen folgten sie dem Pfad, der noch heute
auf ein kleines Wasserhaus zuführt. Hier soll sich schon im
Mittelalter jene Quelle befunden haben, aus der das Wasser für
die Burg geschöpft wurde.
Vor
vielen, vielen Jahren hat sich dieses zugetragen:
Tief
im Frankensteiner Wald find' man den Schloßborn
bald. Schon damals gehörte zum Leben das Wasser, das
Brot und vieles daneben.
Zum
Tragen des Wassers auf den Frankenstein herbei gehörte
viel Kraft und auch Mut dabei. So ging es täglich zum
Schloßborn bergab und manchmal kam man ganz schön
in Trab.
Dort
wurden die Fässer mit Wasser gefüllt und der Esel
trug's hinauf zur Burg geschwind. Doch immer wollt es der Esel
nicht machen: Es gab ja auch Hunger bei den Strapazen.
Er
denkt: Bei dieser Lauferei kann ich ja ein bißchen
fressen dabei. Der Esel hat's auch gleich probiert, und
schon war's Unglück auch passiert!
Der
Esel bückt sich, das Joch hängt sich aus und
sogleich lief das Wasser aus den Fässern aus. Er war ein
launiger Gesell: Wollt er nicht tragen, legt er sich hin auf
der Stell.
Wer
das nicht gewußt, der hat's jetzt erfahren, was das
einst mühselige Zeiten waren. Doch heut' ist es anders,
der Fortschritt ist doo, wer da nicht mitmacht kommt nicht
mehr noo.
Einen
schlauen Gedanken hat man inzwischen realisiert und 's Wasser
mit Pumpwerk hinauf transportiert. Ja, die haben's jetzt
besser, ach guck nur mal da; um's Handumdrehen ist das Wasser
schon da.
Es
lebe die Technik, die Technik is doo! Un wär' se net
kumme, wär's heit noch so.
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