|
|
Von
höchster Zinn des Frankensteins
von
Hermann Weber (1863)
Von
höchster Zinn des Frankenstein Die Blicke
ringsum freudig schweifen; Wie stoltz durchzieht
die weite Au Der Rhein mit lichtem Silberstrifen.
Seid
mir gegrüßt, ihr wald'gen Höhn, Von
schlanken Tälern hold begrenzet, Ihr Dörflein
all und Wiesen fern, So mild vom Sonnenschein
beglänzet.
Seid
mir gegrüßt, ihr Berge blau In weiter
Fern, wo Nebel rauchen Seid mir gegrüßt
viel tausendmal: Dort wohnt mein Lieb - dort ruh'n
die Augen!
|
Text: Volker
Teutschländer


Die
erwachende Burgenromantik des 19. Jahrhunderts, die wohl auch den
Dichter des nebenstehenden Gedichtes inspirierte, ließ
wieder Interesse an der verfallenen Burg Frankenstein aufkommen,
und man begann mit einer nicht sehr gelungenen Restaurierung der
noch vorhandenen Teile, die dem früheren Aussehen in weiten
Teilen nicht entsprach. Die erst um 1893 aufgesetzten Turmdächer
gerieten zu steil, der Nordturm (Bild) wurde sogar um ein
Stockwerk erhöht, und eine Haube auf dem südlichen Turm
hat es vermutlich nie gegeben. Es spricht vieles dafür, dass
der Südturm immer offen mit Zinnen war.
|