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Jakob
Reiß, Nieder-Beerbach
(24.7.1915
– 22.8.1990)
Nieder-Beerbachs
Heimatdichter und -sänger
Jakob
Reiß war zeitlebens mit ganzem Herzen seinem Heimatort
verbunden, wirkte für die Menschen dort in vielerlei
Aufgaben, liebte Natur und Landschaft im Tal und auf den Höhen
rundum. Aus solchem Holz sind Heimatdichter geschnitzt!
Jakob
Reiß arbeitete für Nieder-Beerbach als Mitglied in den
gemeindlichen Organen und in vielen Ehrenämtern, was ihm
hohe Auszeichnungen einbrachte, aber auch Berufungen zu weiteren
Ämtern und Aufgaben, so in der Kirchengemeinde und in den
örtlichen Vereinen.
Jakob Reiß besang sein
Nieder-Beerbach in Liedern, Gedichten und Aufsätzen, die im
Dorf bekannt sind und von „heimatfernen“
Nieder-Beerbachern geschätzt werden als eine Bindung zum
„Daheim“.
In amerikanischer
Kriegsgefangenschaft drängte es Jakob Reiß, ein Lied
für und über sein Heimatdorf zu schreiben, dem er sich
stets verbunden fühlte. Die ersten beiden Verse beschreiben
deshalb auch eindringlich die Schönheiten Nieder-Beerbachs
im engen Tal. Mit dem Text verfaßte Reiß zugleich die
Melodie im Walzertakt mit drei Stimmen.
Seine
Erstaufführung erlebte das Lied bei der 700-Jahr-Feier der
Burg Frankenstein 1952, als es der Verfasser zusammen mit drei
Beerbachern vortrug. Siegfried Bernhardt gestaltete zum Text eine
Zeichnung mit dem Dorf unter dem Frankenstein, die als Postkarte
in der Kunstanstalt von Wilhelm Gerling, der sich häufig in
Nieder-Beerbach aufhielt, verlegt wurde.
„Das
Beerbachtal“ ist zum Beerbacher Heimatlied geworden und
wird in froher Runde immer wieder gerne angestimmt.Von seinen
Gedichten ist „Wo Beerwich leit“ am bekanntesten
geworden.
Das
Beerbachtal Text
und Ton: Jakob Reiß (1952)

Wenn
ich vom Frankenstein schau in das Tal hinein: Wie liegst du
wunderschön, du liebes Beerbach mein! Das Kirchlein auf
der Höh ich stets mit Freuden seh. Mir ist's als
ruft's mir zu wo ich auch steh: Ist die Welt dir drauß'
auch noch so wohlbekannt: Nirgends ist's doch schöner als
im Heimatland. Drum, ihr Burschen, Mädel, fällt
nicht schwer die Wahl: Bleibt im Beerbachtal!
Durchs
Dorf ein Bächlein fließt, an seinen Ufern
sprießt manch kleines Blümlein, das den Wandrer
lieblich grüßt. Das schöne Mühlental, der
Linden große Zahl, ihr Rauschen sagt's dem Wandrer noch
einmal: Ist die Welt dir drauß' auch noch so
wohlbekannt nirgends ist's doch schöner als im
Heimatland. Drum ihr Burschen, Mädel, fällt nicht
schwer die Wahl: Bleibt im Beerbachtal.
Selbst Georg
vom Frankenstein liebte einst ein Mägdelein; sie war
die „Ros im Tal“ – des Försters
Töchterlein. Den Lindwurm er erschlug, weil er es
nicht ertrug, daß seine Liebste soll geopfert sein. Wie
die Liebe damals blüht' in Jung und Alt lebt sie heut'
noch fort im Frankensteiner Wald. Drum ihr Burschen, Mädel,
fällt nicht schwer die Wahl: Kommt ins Beerbachtal.
Wo
Beerwich leit von
Jakob Reiß (1956)
Vor kurzem do war ich in Darmstadt
drin mit Mama un Papa un aach e paar Kinn. Do hawwe uns
Leit unner anerm gefreegt, wo dann Nieder-Beerbach leije
deht.
Betracht euch des Mühltal und dann unsern
Ort un bleibt aach mol e paar Stunne dort. Beguckt euch die
Felder, de Wald und die Wiese, die Kirch un die Linde, duht
alles genieße.
Mir hawwe gelacht, des is doch
bekannt: Als Vorort vun Darmstadt wird's oft genannt. Beim
Frankestao leits, der so wunnerschee un höher ist, als
eier Ludwigshöh!
Un krabbelt aach mol uff de
Frankestao nuff un haolt euch aach dort noch e Stündche
uff. Der Ausblick, so herrlich zum Spesssrt un Rheu, doch
der Orewald soll net vergesse seu.
E Stunn bloß vun
Ewwerscht, gewiß net weit, vum Kühle Grund graod
noch die halbe Zeit. Ihr braucht net zu laafe, 's is alles im
Schuß! Dann bei uns, do fährt aach en Autobus.
Un
wann ihr dann widder ins Tal kummt zurück, dann habt für
die Wirtschafte aach noch en Blick. Werd schee ihr bedient,
dann wißt ihr Bescheid, wo unser Heimatort
Nieder-Beerwich leit!
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Text: Volker
Teutschländer


Jakob
Reiß
Verfasser
des Nieder-Beerbacher Heimatliedes in Text und Ton

Das
Bild von Siegfried Bernhardt ist Motiv auf einer Postkarte
mit dem Text des Beerbachliedes.
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