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Die
örtlichen Gemeinschaften > Sagen und Geschichten
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Stand:
11.06.2010
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Die
Sage von der Alten Burg
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Text: Peter
Germann
Quelle: Dr. Karl Esselborn:
„Nieder-Beerbach“ 1921

Die
geschichtl. Fakten von der Alten Burg:

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Unmittelbar
hinter der Nieder-Beerbacher Kirche erhebt sich ein Bergkegel,
der nach der Sage „die Alte Burg“ noch heute heißt,
der aber auch von der wissenschaftlichen Forschung als eine
solche angesehen wird. Die Sage aber ist der Forschung weit
voraus und sieht darin die Vorgängerin der nahen Burg
Frankenstein.
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Der
Sage nach gibt es im Innern der Alten Burg ausgemauerte Gewölbe,
angefüllt mit reichen Gold- und Silberschätzen sowie
bestens erhaltene Wein in alten Fässern. Unterirdische Gänge
führen angeblich zur neuen Burg Frankenstein, zur
Nieder-Beerbacher Kirche und sogar zur ehemaligen Martinskapelle
bei Bessungen.
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Jüngeren
Datums ist die Kunde von unterirdischen Gängen von der
Kirche zum Gerlachschen Haus sowie von der heutigen Burg zum Weg
zum Katzenborn, in dem ehedem der fürchterliche Drache
hauste, den zwar Ritter Georg vom Frankenstein besiegt und dabei
aber sein Leben ließ. Sie mag die Sage von den weiteren
unterirdischen Gängen beflügelt haben.
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Diese
Sage von den Schätzen in der Tiefe der Alten Burg nährte
verschiedentlich die Hoffnung auf Reichtum und Ruhm . Sie
beflügelte erstmals 1763 eine Schar von Schatzgräbern.
Pfarrer Philipp Moritz Scriba schildert das Treiben in einem
Eintrag ins Kirchenbuch (aus Dr. Esselborn, „Nieder-Beerbach“):
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„Im
Jahre 1763 in der Woche vor dem Pfingstfest kam ein Komplott
Schatzgräber hierher und gaben vor, daß sie auf
Erlaubnis Ihreo Hochfürstlichen Durchlaucht Ludwig VII auf
dem sog. Altburgenkopf, über der Kirche gelegen, einen
Schatz heben sollten. . . . Die Schatzgräbern mit ihren
Anführern machten dann nun ein Langes und Breites , was da
in dem Berge liegen sollte. Sie gaben vor, es seien Gewölbe
darin verborgen, sodann in dem einen ganz erstaunende Summen Gold
und Silber und in dem andern, das im kleinen Berg sein sollte,
ein guter Vorrat Wein . . .
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Das
Volk im Dorfe wurde durch diese Leute dergestalt verblendet, daß
ich genötigt wurde, gegen solchen Unfug und Teufeleien zu
eifern. Gleichwohl konnte ich nicht verhindern, daß sich
etliche aus meiner Gemeinde dazugesellet haben, nämlich . .
. Ich suchte alles bei diesen Leuten zu tun, sie von ihrer
abscheulichen Torheit abzubringen, sonderlich, da viele
Gottlosigkeiten und Teufelsbannereien dabei getrieben wurden;
allein sie wurden allezeit von ihren Führern wieder
verhalsstarrigt und der Name Serenissimi schändlich
mißbraucht.
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Beide
Berge haben sie kreuzweise und in die Länge durchgraben, die
allerfürchterlichsten Höhlen und Keller hineingehackt,
so daß die meisten Höhlen 50 bis 60 Schuh tief sollen
gewesen sein, und bei dem allen nicht das geringste gefunden und
entdeckt wo etwa ihrem Vorgeben nach Geld oder Wein könnte
begraben liegen.
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Inzwischen
waren die Augen dieser Leute von dem Teufel dermaßen
verblendet, daß sie nicht eher nachließen, als bis
einer von inen, Johann Heinrich Drott, durch Einstürzung es
starken Erdklumpens totgeschlagen wurde. . . . Er war so mit Erde
und Kummer verschüttet, daß er erst . . . mit großer
Mühe und Arbeit aus dem Loche an Ketten und Stricken hat
können gezogen werden.
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Der
Kadaver wurde auf höhere Verordnung . . . abends, da es
Nacht wurde, ohne Sang und Klang an der Kirchhofsmauer begraben,
war 52 Jahre alt.“
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Genau
so erfolglos waren die beiden weiteren Versuche aus der Sage von
den Schützen unter der Alten Burg Kapital zu schlagen. Im
Spätsommer 1770 rückte wieder eine Kolonne Schatzgräber
in Nieder-Beerbach an. 20 bis 30 Mann – darunter gelernte
Bergleute, wie Pfarrer Scriba im Kirchenbuch vermerkt –
arbeiteten täglich bis Pfingsten 1771, bewacht von Soldaten
des Landbataillons. Zwei Mauerfragmente, eine gegen die alte
Brunnenstube und eine gegen die Kirche, waren die ganze Ausbeute.
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1787
versuchte es eine Gruppe Einheimischer. Sie schlugen einen 50 und
einen 20 Fuß langen Schacht, fanden aber wie ihre Vorgänger
weder Geld noch Gold, nur ein wenig Eisenstein, wie es bei Dr.
Esselborn heißt.
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