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Die
Elsbeere, Baum des Jahres 2011
Die
„schönen Elsen“ vom Beerbachtal
Sorbus
torminalis, die Elsbeere, ist „Baum des Jahres 2011“,
die Gefährdung ihrer Art in unseren Breiten ist dadurch
erst ins Bewußtsein der Menschen gerückt. Gefährdet
erschienen ausgerechnet im Jahr ihres besonderen Schutzes auch
die beiden markanten Bäume in Nieder-Beerbach, die den
Eingang zum Hochbehälter am Fahrweg zum Himmelsberg
flankieren.
Der Baum wächst langsam und braucht sehr
viel Licht. Auch in Nieder-Beerbach wurde deshalb die ehemals in
Wäldern heimische Elsbeere von „wüchsigeren“
Baumarten verdrängt. Zwei Schößlinge aber
entdeckte im Jahre 1958 Peter Germann sen. im Wald beim
Schweizerloch am Südwesthang südlich des Frankensteins
gegen Seeheim zu. Germann war in Nieder-Beerbach gemeindlicher
Bediensteter in mehreren Funktionen, vornehmlich als
„Wassermeister“, also Leiter des gemeindlichen
Wasserwerkes.
Die Schößlinge vor dem
Erstickungstod zu erretten war der spontane Gedanke des heimat-
und naturverbundenen Germann. Nicht ohne Zustimmung des Försters
ist er mit Sohn Peter auf dessen Motorrad zum Schweizerloch
gezogen, um die beiden jungen „Elsen“ auszugraben
und ihnen symmetrisch vor der Jugendstil-Fassade seines
Arbeitsplatzes, des markanten Hochbehälters, eine neue
Heimat zu geben. Bis zu seinem Tode 1990 hatte Germann ein
wachsames Auge auf die Beerbacher Besonderheit.
Über
die Jahrzehnte ist ihnen aber auch hier Konkurrenz erwachsen, so
daß sie sich sehr strecken mußten nach Licht und
Luft. Sie haben daher nicht den von Solitärexemplaren
erwarteten untersetzten Stamm mit breit ausladender Krone, dafür
– nicht weniger ästhetisch – einen
aufstrebenden Körper, dem man den Kampf gegen bedrückende
Nachbarschaft anmerkt. Sie sind jetzt 15 m hoch und können
die stolze Höhe von 35 m erreichen.
2011 wird der
Hochbehälter für die Wasserversorgung saniert und
erweitert. Die Gefahr für die beiden wertvollen Bäume
durch Arbeiten mit schwerem Baustellengerät und Lagerung
von Baustoffen unmittelbar am Standort hat Peter Germann jun.
erkannt und die Zusage der Mühltaler Gemeindewerke zum
Schutz und Erhalt der „schönen Elsen“ erwirkt.
Germann ist der gleichnamige Sohn von Peter Germann sen., dem
„Retter“ der Elsbeeren aus dem Schweizerloch,
Germann jun. folglich ihr Retter am Hochbehälter.
„Elsäpfel“
oder „Elsebbel“, wie ältere Einheimische sagen,
bringen kleine Früchte in der Form eines Apfels. Sie sind
im Reifezustand grau-braun, haben einen Durchmesser von 1 bis
1,5 cm und sind Vitamin-C-haltig. Sie wurden im Mittelalter,
angeblich auch schon im Altertum, bei der Behandlung von Magen-
und Darmbeschwerden verwendet. Aus den Früchten wird
besonders in Österreich („Adlitzbeerenschnaps“)
ein wertvoller Edelbrand hergestellt, für den Liter-Preise
von 170 Euro und mehr erzielt werden.
Die Elsbeere gehört
zusammen mit Vogelbeere und Speierling zu den Rosengewächsen,
zu denen u.a. auch der Apfelbaum gehört. Der Speierling ist
daher keine eigene Apfelsorte. Als „Baum des Jahres 1993“
war er wieder ins Bewußtsein der Bevölkerung,
besonders der Obstbauern und Apfelweinkelterer, gerückt,
wodurch die Erhaltung seiner Art gesichert ist. Er wird
besonders im Raum Frankfurt zur Verbesserung des Apfelweins
verwendet. Die Früchte werden bis zu 10 g schwer, was etwa
Walnußgröße entspricht. In Nieder-Beerbach gab
es früher vereinzelt den sog. „Holzapfel“ -
einen Wildapfel - sehr sauer und etwa in der Größe
eines Tischtennis-Balles, den man dem Apfelwein beifügte.
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Text: Volker
Teutschländer Peter Germann


Der
östliche Teil der Vorderfront des Hochbehälters von
1905 in einer Aufnahme von 1958. Links das junge Stämmchen
der einen Elsbeere von 1958

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