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Geschichte > Nieder-Ramstadt |
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Die Dorfkirche zu Nieder-Ramstadt |
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Die ev. Kirche Nieder-Ramstadt ist heute Heimstatt einer ev. Kirchengemeinde, die Nieder-Ramstadt (ohne die Nieder-Ramstädter Diakonie), Waschenbach und Trautheim südlich der Odenwaldstraße umfaßt. Das historische Kirchspiel umfaßte bis 1952 die Gebiete der bürgerlichen Gemeinden Nieder-Ramstadt, Waschenbach und Traisa. |
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Auf dem höchsten Punkt des Dorfes stand die Kirche einst inmitten des „Kirchhofes“, des Friedhofes. Der untere Teil des Turmes stammt aus dem 13. Jh. Er ist 32 m hoch und gegenüber dem Schiff um 20 Grad nach Norden gedreht. Charakteristisch der Spitzhelm mit den 4 Wichhäuschen. |
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Von der Straße an der Zehnscheuer sind die drei Glieder des Baukörpers zu erkennen: Der Turm, das Schiff in seiner erweiterten Form von 1608 und der Chor aus dem 15 Jh. Der Straßenname erinnert an das dortige Lagerhaus für die früheren Abgaben an die Landesherren in Naturalien (den „Zehnten“).
Vom Schleifweg „hinter den Gärten“ überragt der Kirchturm das alte Dorf, das sich ins enge Tal schmiegt – anders als die neuen Siedlungen. Im Hintergrund der Kirchberg (280 m), weit entfernt von der Kirche, trotzdem „Kirch-“ nicht „Kirschberg“, weil von der 280 m hohen markanten Erhebung der Nieder-Ramstädter Kirchturm zu sehen war, bevor der Hochwald die Sicht versperrte.
Die Kirche wirkt nicht nur ortsbild-, sondern gar landschaftsprägend - hier eine Sicht vom ähnlichen Standort, dem Schleifweg, aber weiter im Süden.
Nach Osten gerichtet ist der Kirchenbau mit einer Abweichung nur des Turmes, der sich damit markant vom Baukörper abhebt. Schiff und Chor wurden wohl im 15. Jh. anstelle des schmalen romanischen Schiffes erbaut.
Der
spätgotische Chor, eine Stufe gegenüber dem
Kirchenschiff erhöht, ist wohl der schönste Teil des
Gotteshauses unter seinem schlichten Netzgewölbe, dessen
Rippenbündel auf Konsolen mit leeren Schilden sitzen.
Das Kirchenschiff nach Westen. Seine heutige Form geht auf die Erneuerungen des Jahres 1978 zurück. Der gesamte Innenraum wurde vom heimischen Kirchenmaler Hermann Velte (Trautheim) und seiner Tochter Gisela neu ausgemalt.
Seit 1714 erklingt die Königin der Instrumente in der Rämschter Kirche. Die derzeitige Orgel auf der Emporen-Brüstung gegenüber dem Chor stammt aus dem Jahr 1973. Sie verfügt über 14 Register mit 988 Pfeifen.
Auch
ein Ergebnis der Renovierung von 1978: Unter der alten Farbe kam
die schöne Holzkanzel aus dem Jahr 1743 zum Vorschein,
ebenso die Gestaltung der Kirchenvorsteherbank aus dem gleichen
Jahr.
Der
neue Altar wurde im Zuge einer Innenrenovierung der Kirche
aufgestellt und am Reformations-Sonntag 1974 eingeweiht. Er
besteht aus roten Sandsteinblöcken und entspricht daher der
Gestalt der Gewölberippen im Chor, dem Taufstein , den
Gewänden der Fenster und den Fußbodenplatten. Er
wiegt über 12 Zentner. Er wird überragt vom Kruzifix,
das ehedem in der Turmhalle hing und aus dem 18. Jh.
stammt.
Es mag überraschen, daß der ebenfalls aus Sandstein gearbeitete Taufstein möglicherweise der älteste Teil der Kirche ist! Seine ursprünglich romanische Gestalt wurde allerdings vielfach überarbeitet, „vielleicht ein letzter Zeuge der Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert“, schreibt Karl Dehnert in der Chronik von Nieder-Ramstadt.
„Original und Fälschung?“ Die Kirche im Modell vor dem Original beim historischen Festzug 1994 zur Feier der ersten urkundlichen Erwähnung Nieder-Ramstadts vor 800 Jahren.
So
schön (und so groß) sieht der Kirchturms-Hahn aus der
Nähe aus – hier bei der jüngsten Erneuerung in
den achtziger Jahren. In der Mitte die vergoldete
Dokumenten-Urne, auf der er sitzt, rechts davon die verbrauchte
alte Kugel.
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