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Geschichte > Traisa |
Stand:
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Zweifelsfrei geht der Name Dippelshof auf ein Mitglied der seit 1678 in Nieder-Ramstadt ansässigen Pfarrerfamilie Dippel zurück. Bei dem Käufer des verwüsteten Obertraisaser Hofes handelt es sich nicht, wie lange Zeit angenommen, um den Theologen und später auch als Chemiker bekannt gewordenen Johann Konrad Dippel, „der im Zeitalter des Pietismus zu den führenden Geistern in ganz Deutschland gehörte“, sondern um dessen jüngeren Bruder Johann Albert – geboren im März 1678 in Nieder-Ramstadt. |
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Albert Dippel wollte – und sollte nach dem Willen seines Vaters – dessen Nachfolge in der Pfarrstelle des Kirchspiels Nieder-Ramstadt werden. Durch Intrigen wurde das verhindert. Aus Enttäuschung über die versagte Beförderung, vielleicht auch aus Verdruß über die 1704 gegen seinen Bruder Johann Konrad verhängte Disziplinaruntersuchung (wegen seiner theologischen „Ketzereien“), wechselte Johann Albert 1704 und 1709 von der Theologie zur Medizin über. |
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In das Jahr 1710 fällt dann der Erwerb des Obertraisaer Hofes durch Johann Albert. Sein Bruder Johann Konrad kann es nicht gewesen sein, denn der befand sich zu dieser Zeit in Holland, um sich vor den Nachstellungen des hessischen Konsistoriums in Sicherheit zu bringen. Johann Albert hatte offenbar die Absicht, sich einen Familiensitz zu schaffen und sich als Landwirt zu betätigen. |
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Dippel hatte sich aber offenbar finanziell übernommen. Auch eine in Aussicht gestellte vierjährige Befreiung von allen Abgaben schaffte ihm nicht ausreichende Entlastung, so daß er schon 1713 den Hof verkaufte. |
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Die
sehr kurze Zeit von Dippels Sitz auf dem Obertraisaer Hof (1710 –
1713) hat aber genügt, um seinen Namen unlösbar mit
seinem Namen zu verbinden. „Der Grund ist darin zu suchen,
daß Johann Albert Dippel das Verdienst zukommt, das
verwüstete Anwesen wieder zum Hof gemacht zu haben. Dann war
er auch neben seinem Bruder Johann Konrad die interessanteste und
bekannteste Persönlichkeit der hiesigen Gegend in der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts.“ |
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Friedrich Wilhelm Bullrich |
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Geboren am 19. Feb. 1847, gestorben am 11. März 1926. |
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Oberstleutnant Friedrich Wilhelm Bullrich aus Herrnstadt (Bezirk Liegnitz) in Schlesien erwarb 1898 den Dippelshof als Familiensitz. Danach nahm Bullrich seinen Abschied und widmete sich dem weiteren Ausbau des Obstgutes Dippelshof. 1908 bis 1910 ließ er den Jugendstilanbau errichten, wodurch der Hof den Gesamteindruck eines Herrensitzes erhielt. Bis zu seinem Verkauf 1956 blieb der Dippelshof im Familienbesitz. |
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Für die Gemeinde Traisa erwies sich der Sitz der großzügigen Persönlichkeit Bullrichs auf dem Dippelshof als äußerst vorteilhaft. Die Steuerzahlungen des sehr vermögenden Mannes übertrafen das gesamte Steueraufkommen der damaligen Gemeinde Traisa. Von diesen Steuergeldern, aber auch von Spenden Bullrichs konnte die Gemeinde die Schule, Straßen, Wasserleitung und anderes finanzieren. Während zweier Winter ließ Bullrich den auf den Dippelshof führenden Weg, der völlig versandet war, mit Steingeröll befestigen. |
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Der Erste Weltkrieg bereitete dem ein plötzliches Ende. Von den vier Söhnen Bullrichs fielen zwei im Kriege, ein anderer verstarb früh. Der vierte Sohn, der wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes in Nonnenhorn am Bodensee lebte, setzte nach dem Tode der Eltern (1926 und 1934) Verwalter ein, konnte damit aber den Niedergang des Gutes nicht verhindern, so daß die Familie Bullrich den Dippelshof 1956 verkaufte. |
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Auf dem Privatfriedhof gegenüber dem Park Friedrich Wilhelm Bullrich und seine zweite Frau Marie Antoinette bestattet. An der Grabstätte befinden sich Gedenksteine an die beiden gefallenen Söhne. |
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Gustav Krämer |
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Geboren am 27.4.1909, gestorben am 9.5.1991 |
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„Gustav Krämer (SPD), von 1963 bis 1973 Landrat im damals selbständigen Kreis Darmstadt . . . Als Nachfolger des ersten Nachkriegslandrates Georg Wink schuf er in diesem Jahrzehnt Grundlagen, von denen die Bürger noch heute profitieren.“ Das schrieb das Darmstädter Echo 1989, als Krämer achtzig Jahre alt wurde. |
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Weiter das Darmstädter Echo: „Am 30. April 1973, drei Tage nach seinem vierundsechzigsten Geburtstag, gab Krämer sein Amt überraschend auf. . . . Krämers spontane Entscheidung erfolgte weniger, wie damals angegeben, aus gesundheitlichen Gründen, sondern vielmehr deshalb, weil er mit den Auswirkungen der Gebietsreform auf kleinere Gemeinden, denen seine Zuneigung galt, nicht einverstanden war.“ |
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Das Darmstädter Echo fünf Jahre zuvor zu Krämers 75.: „Gustav Krämer ist kein Freund dieser Reform (der Zwangsvereinigung seither selbständiger Gemeinden). Er verstand sich als Vater des Kreises und sah seine Funktion als Landrat in hohem Maße als Berater ‚seiner Gemeinden‘ . . .“ |
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Joachim Leicht: „Gustav Krämer hat zur rechten Zeit die notwendigen Entscheidungen getroffen und es verstanden, andere von der Richtigkeit seiner Gedankengänge zu überzeugen und für seine Ideen zu begeistern. . . . Dabei trat Gustav Krämer als Landrat nie großspurig auf, sondern eher bescheiden. Er führte sein Amt mit Umsicht und Besonnenheit, erstaunte dabei aber immer wieder seine Gesprächspartner, mit welchen Nachdruck er die Belange des Kreises und seiner Gemeinden zu vertreten verstand. . . .“ |
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Gustav Krämer entstammt einer einheimischen Traisaer Familie. Wie seine männlichen Vorfahren trat er von Jugend an für die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie ein. Gleich nach Ende des Krieges wurden ihm verantwortliche Aufgaben beim Aufbau demokratischer Einrichtungen übertragen. 1954 bis 1963 gehörte er dem Hessischen Landtag an, 1958 bis 1963 der Gemeindevertretung Traisa. 1952 bis 1956 war er Vorsitzender des Kreistages, anschließend bis 1963 Stellvertreter des Landrates, bevor er bis 1973 selbst Chef im Landratsamt wurde. |
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Zum 30. April 1973 trat Gustav Krämer vom Amt des Landrates zurück, weil er die Politik des Landes zur Auflösung der kommunalen Eigenverantwortung der kleinen Gemeinden nicht verantworten wollte. |
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1978 verlegte die Familie Krämer ihren Wohnsitz ins neue Eigenheim in Frankenhausen. |
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