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Stand: 12.03.2011

 

 

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Geschichte Waschenbach

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Die Dorfmitte

Das Armenhaus

Schon früh gab es in Waschenbach eine dauerhafte Einrichtung zur Unterbringung der Armen, das Armenhaus. Es wurde 1827 gebaut „mitten auf der Straße mit einer Doppelhaustür“. Es stand auf dem heutigen „Freien Platz“ vor dem Gasthaus Christoph Schneider (Waschenbacher Hof), davor eine mächtige Trauerweide, die „Dorfweide“, und der Dorfbrunnen. 1849 musste der Baum mit einer Kiefernstange für 14 Kreuzer gestützt werden.

Am 9.12.1908 ist das Armenhaus abgerissen worden. Die letzten Bewohner waren Georg Stephan („blind“) und Christine Dieter, „Raths“ genannt, wie Jakob Krauß, verdienstvoller Dorfchronist, vermerkte. Dazu passt eine Erinnerung von Elfriede Kauer an ihren Opa Philipp Schneider II (1879 – 1949, erster Bürgermeister des Orts und Sohn des Gastwirts Christoph Schneider):

„Im Armenhaus wohnte die alte Frau Raths. Zum Bettgehen entkleidete sie sich bis aufs Hemd. Das hatten die jungen Burschen um Philipp Schneider II mitbekommen. Sie nutzten die Gelegenheit, um Frau Raths mit Brühe der roten Beete aus einer Luftpumpe zu bespritzen“.

Hans Adam (Ortsstraße 17) erinnert sich, dass in seiner Jugend das Wasser des Brunnens eifrig genutzt wurde: „Die Frauen holten es für die Küche, die Männer für den Stall und das Vieh“. 1926 wurde an dieser Stelle ein Kriegerdenkmal gebaut.

Das Denkmal

Nach dem Abbruch des Armenhauses war der Dorfbrunnen mit dem Weidenbaum zunächst erhalten worden.

1926 wurde dann an dieser Stelle ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs gebaut (Im Krieg 1870/71 hatte Waschenbach meines Wissens keine Gefallenen, im „Deutschen Krieg“ 1866 notierte Jakob Krauß einen Gefallenen, nämlich Johann Philipp Merz).

Jakob Krauß hat Arbeitsmaßnahmen und Kosten für das Denkmal notiert:


Fundament Findling Wilhelm) Pfeifer 30,- M
1 Stein Steinmetzarbeit Gg. Thaler 198,- M
Ad. Trautmann (Nieder-Ramstadt) Gitterstäbe 180,- M
Sebastian Bender (Nieder-Ramstadt) Wasserleitung 38,- M
Gärtner Häußer 25,- M
1 Kranz Einweihung 9,- M


Das zweite und dritte Bild in der rechten Spalte könnten das Denkmal bei dessen Einweihung darstellen. Der Baum hinter dem Denkmal ist vermutlich die Dorfweide. Auf dem oberen Bild konnte folgende Inschrift auf der Gedenkplatte entziffert werden:


„Ruhet sanft in fremder Erde“


Die Namen der Gefallenen des 1. Weltkriegs sind verdeckt. Es waren


Heinrich und Adam Burger, Philipp Becker und Johannes Bezold.


Etwa 1958 wurde das Denkmal abgerissen und im Steinbruch der Firma Thomas am Kastenwald entsorgt – eine andere Lösung wurde damals nicht in Erwägung gezogen. Es musste Platz geschaffen werden für den wachsenden Verkehr. Jakob Krauß notierte melancholisch:


„Dann Freier Platz Juxplatz“.


Am 15.1. 1958 wurde eine neue Gedenktafel für die Kriegstoten an der Friedhofshalle eingeweiht.




 

Dr. Heinz Schuchmann





(Klick in die Bilder ergibt größere Ansicht)

Alle Bilder
aus der Sammlung von
Dr. Heinz Schuchmann
(falls keine andere Angabe)




Das Armenhaus in der Ortsmitte mit Weidenbaum und Dorfbrunnen .
auf dem Dorfplatz (etwa 1908),
ab 1926 Standort des Kriegerdenkmals.



Dahinter das Gasthaus Christoph Schneider, heute Waschenbacher Hof.
(Ausschnitt aus einer Postkarte von 1922,
klick ins Bild zeigt die vollständige Postkarte)




Das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges in der Mitte des Dorfplatzes vor den Häusern Geyer (Mühlbergstraße 1).)
und Keller (Ortsstraße 18, rechts), links das Anwesen Krauß (Mühlbergstraße 3




Das Denkmal: Beide Bilder oben zeigen vermutlich die Einweihung 1926, geschleift wurde es etwa 1958



Ein Bild aus der Zeit des 3. Reichs:
Hinter dem Denkmal (von rechts) Gasthaus Schneider, Haus Adam mit Scheune, Hof Harnischfeger (am Ende der Sackgasse)



Ausschnitt aus einem Foto, aufgenommen in der Zeit des Kanalbaues in den 1950er Jahre. Klick ins Bild zeigt das vollständige Bild.