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Die
Dorfmitte
Das Armenhaus
Schon
früh gab es in Waschenbach eine dauerhafte Einrichtung zur
Unterbringung der Armen, das Armenhaus. Es wurde 1827 gebaut
„mitten auf der Straße mit einer Doppelhaustür“.
Es stand auf dem heutigen „Freien Platz“ vor dem
Gasthaus Christoph Schneider (Waschenbacher Hof), davor eine
mächtige Trauerweide, die „Dorfweide“, und der
Dorfbrunnen. 1849 musste der Baum mit einer Kiefernstange für
14 Kreuzer gestützt werden.
Am 9.12.1908 ist das
Armenhaus abgerissen worden. Die letzten Bewohner waren Georg
Stephan („blind“) und Christine Dieter, „Raths“
genannt, wie Jakob Krauß, verdienstvoller Dorfchronist,
vermerkte. Dazu passt eine
Erinnerung von Elfriede Kauer an ihren Opa Philipp Schneider II
(1879 – 1949, erster Bürgermeister des Orts und Sohn
des Gastwirts Christoph Schneider):
„Im Armenhaus
wohnte die alte Frau Raths. Zum Bettgehen entkleidete sie sich bis
aufs Hemd. Das hatten die jungen Burschen um Philipp Schneider II
mitbekommen. Sie nutzten die Gelegenheit, um Frau Raths mit Brühe
der roten Beete aus einer Luftpumpe zu bespritzen“.
Hans
Adam (Ortsstraße 17) erinnert sich, dass in seiner Jugend
das Wasser des Brunnens eifrig genutzt wurde: „Die Frauen
holten es für die Küche, die Männer für den
Stall und das Vieh“. 1926 wurde an dieser Stelle ein
Kriegerdenkmal gebaut.
Das Denkmal
Nach dem
Abbruch des Armenhauses war der Dorfbrunnen mit dem Weidenbaum
zunächst erhalten worden.
1926
wurde dann an dieser Stelle ein Denkmal für die Gefallenen
des Ersten Weltkriegs gebaut (Im Krieg 1870/71 hatte Waschenbach
meines Wissens keine Gefallenen, im „Deutschen Krieg“
1866 notierte Jakob Krauß einen Gefallenen, nämlich
Johann Philipp Merz).
Jakob Krauß hat
Arbeitsmaßnahmen und Kosten für das Denkmal notiert:
Fundament
Findling Wilhelm) Pfeifer 30,- M 1 Stein Steinmetzarbeit Gg.
Thaler 198,- M Ad. Trautmann (Nieder-Ramstadt) Gitterstäbe
180,- M Sebastian Bender (Nieder-Ramstadt) Wasserleitung 38,-
M Gärtner Häußer 25,- M 1 Kranz Einweihung
9,- M
Das
zweite und dritte Bild in der rechten Spalte könnten das
Denkmal bei dessen Einweihung darstellen. Der Baum hinter dem
Denkmal ist vermutlich die Dorfweide. Auf dem oberen Bild konnte
folgende Inschrift auf der Gedenkplatte entziffert werden:
„Ruhet
sanft in fremder Erde“
Die
Namen der Gefallenen des 1. Weltkriegs sind verdeckt. Es waren
Heinrich
und Adam Burger, Philipp Becker und Johannes Bezold.
Etwa
1958 wurde das Denkmal abgerissen und im Steinbruch der Firma
Thomas am Kastenwald entsorgt – eine andere Lösung
wurde damals nicht in Erwägung gezogen. Es musste Platz
geschaffen werden für den wachsenden Verkehr. Jakob Krauß
notierte melancholisch:
„Dann
Freier Platz Juxplatz“.
Am
15.1. 1958 wurde eine neue Gedenktafel für die Kriegstoten an
der Friedhofshalle eingeweiht.
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Dr.
Heinz Schuchmann


(Klick
in die Bilder ergibt größere Ansicht)
Alle
Bilder aus der Sammlung von Dr. Heinz Schuchmann (falls
keine andere Angabe)

Das
Armenhaus in der Ortsmitte mit
Weidenbaum
und Dorfbrunnen
. auf
dem Dorfplatz (etwa 1908), ab 1926 Standort des
Kriegerdenkmals.
Dahinter
das Gasthaus Christoph Schneider, heute Waschenbacher
Hof. (Ausschnitt aus einer Postkarte von 1922, klick ins
Bild zeigt die vollständige Postkarte)

Das
Denkmal
für die Opfer des Ersten Weltkrieges in der Mitte des
Dorfplatzes vor den Häusern Geyer (Mühlbergstraße
1).) und Keller (Ortsstraße 18, rechts), links das
Anwesen Krauß (Mühlbergstraße 3

Das
Denkmal: Beide Bilder oben zeigen vermutlich die Einweihung 1926,
geschleift wurde es etwa 1958

Ein
Bild aus der Zeit des 3. Reichs: Hinter dem Denkmal (von
rechts) Gasthaus Schneider, Haus Adam mit Scheune, Hof
Harnischfeger (am Ende der Sackgasse)

Ausschnitt
aus einem Foto, aufgenommen in der Zeit des Kanalbaues in den
1950er Jahre. Klick ins Bild zeigt das vollständige Bild.
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