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Philipp
Karl Knecht ( (1879
– 1934)
Philipp
Karl Knecht (1879 – 1934) kam 1904 als Lehrer nach
Waschenbach und blieb dies bis zu seinem Tod dreißig Jahre
später. Kein anderer hat die dörfliche Gemeinschaft im
letzten Jahrhundert so geprägt wie er.
Seine
Familie
Seine
erste Frau Lina kam aus Erfelden, sie war eine Försterstochter.
Dort hatte er auch seine erste Anstellung. Von den drei Töchtern
starb die jüngste früh, die beiden anderen wuchsen in
unserem Ort auf. Die jüngere, Emmi, heiratete Karl Schuchmann
(„Schulkarl“) aus Nieder-Modau. Die Tochter Lienchen
wurde durch Adam Römer aus Reisen zur Schwägerin von
Philipp Schneider II, dem Wirt des „Gasthauses Christoph
Schneider“. Kein Wunder, dass Knecht dort gerne seinen
Schoppen trank. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau
heiratete er ein zweites Mal, Emmi aus Bad-Wimpfen.
Seine
Aktivitäten
Die
damaligen Lehrer wurden gewissermaßen automatisch in das
Dorfleben einbezogen, weil es seit 1887 den Gesangverein
„Sängerlust Waschenbach“ gab, der einen
Dirigenten brauchte. Wer anders als der Dorfschullehrer kam dafür
in Frage. Mit seinem Amtsantritt 1904 übernahm er demgemäß
das Dirigentenamt bis zum 1. Weltkrieg. Ihm ist letzten Endes auch
zu verdanken, dass wir heute noch über die Sängerlust
Bescheid wissen, hat er doch auch deren Protokoll aus den früheren
Jahren nachgeschrieben und bis 1912 verfasst.
1911 war er
die Triebfeder für die Gründung des Turnvereins, dessen
Vorsitz er als „1. Sprecher“ übernahm. Eigentlich
war er „Mädchen für fast alles“, denn auch
das Protokoll ist meistens von ihm geschrieben
worden, Knaben- und sogar Mädchenturnen wurde von ihm
betreut, und die Turner hat er mit manchem Schoppen in der
Gaststätte Christoph Schneider gesponsert. Von 1919 bis 1924
machte er als Vorsitzender eine Pause, dann führte er aber
den Turnverein wieder bis zu seinem Tod.
Seiner Weitsicht
ist es zu verdanken, dass es 1925 zur Gründung eines Kohlen-
und Sparvereins kam, dessen 1. Vorsitzender er bis 1934 war. Bei
diesem Verein handelte es sich praktisch um eine
Einkaufsgenossenschaft. Seine Mitglieder erwarben mit ihrem
Beitrag Punkte, die einer bestimmten Menge Kohlen, Briketts oder
Grundnahrungsmitteln entsprachen. Der Verein bestellte diese,
organisierte den Transport und die Auslieferung.
Das Ganze
war eine Erfolgsgeschichte. So wurde z.B. 1930 folgende
überwältigende Lieferung getätigt:
1100 Z
Kohlen 1900 Z Briketts 60 Z Mehl 20 Z Zucker 11 Z
Zwiebel
1919 ist er zum Gemeindevertreter gewählt
worden. Man kann vermuten, dass er mit seinem Einfluss seine
Kollegen davon überzeugt hatte, sich für seinen
Verwandten Philipp Schneider II als erstem Bürgermeister zu
entscheiden. Sehr wahrscheinlich war Knecht auch in den folgenden
Wahlperioden im Gemeinderat, allerdings existieren hierüber
keine Unterlagen. 1933 ist eine nochmalige Wahl Knechts
protokolliert.
Bei
seiner Beerdigung wurde an seinem Grab ein Ehrensalut des
Kyffhäuserbunds geschossen. Die Gemeinde Waschenbach legte
einen Kranz nieder
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Dr.
Heinz Schuchmann


Alle
Fotos aus der Sammlung von Dr. Heinz Schuchmann

Knecht
um 1930

Knecht
mit seiner ersten Frau und den
Töchtern
Lienchen (rechts) und Emmi
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