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Die heimatkundliche Seite > Auf einen Blick

Stand: 09.01.2009

 

 

 















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Text:
Volker Teutschländer



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Landschaft und Gemeinde im Odenwald

Das Mühltal ist der untere Abschnitt des Tales der Modau (Gewässer II. Ordnung), bevor sie mit dem Mühltaler Gemeindegebiet gleichzeitig den Odenwald verläßt und in die Oberrheinische Tiefebene eintritt. Dieser Abschnitt des Modautals hat als „Mühltal“ seinen Namen von den zahlreichen Getreidemühlen und andere wassergetriebene Handwerken und Manufakturen, die ihre Standorte an der Modau und deren Zuflüssen aus den Nebentälern hier suchten, weil Wasserstände, Strömung und Gefälle ganzjährig günstige Energiegewinnung gewährleisteten.
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Das Mühltal mit seinen Nebentälern umfaßt den Naturraum des nordwestlichen Odenwaldes, erschlossen durch die A 5 (Ausfahrt 27 Darmstadt-Eberstaddt/.../Mühltal), die Bundesstraßen 426 und 449, Landes- und Kreisstraßen, ÖPNV-Linien in alle Richtungen sowie die Odenwaldbahn (Haltepunkt Mühltal).

Die Gemeinde Mühltal

in Hessen, Landkreis Darmstadt-Dieburg, ist durch Hessisches Landesgesetz am 1.1.1977 aus 4, ursprünglich 5 selbständigen Gemeinden gebildet worden, nämlich aus Nieder-Ramstadt, Traisa, Nieder-Beerbach, Frankenhausen und Waschenbach, die naturräumlich und wirtschaftlich dem Landschaftsbegriff Mühltal zuzuordnen sind.

Neben diesen geschlossenen Ortschaften werden heute außerdem die Siedlungen Trautheim und Mordach als „Ortsteile“ genannt, die auf dem damaligen Gemeindegebiet Nieder-Ramstadts entstanden waren. Nur Trautheim ist „Ortsbezirk“ im Sinne der Gemeindeverfassung mit einem Ortsbeirat, während im Weiler Mordach das Erfordernis einer örtlichen Gemeinschaft fehlt und formal kein Ortsbezirk im Sinne des Gesetzes ist.

Die „Kernstadt Mühltal“

gibt es nicht. Nieder-Ramstadt ist zwar der Verkehrs-, Verwaltungs- und Wirtschafts-Schwerpunkt der Gemeinde Mühltal. Nieder-Ramstadt ist auch die einwohnerstärkste Ortschaft (rd. 6000), hat jedoch keinen Kern von gewerblichen, sozialen oder kulturellen Konzentrationen, als daß es die anderen Orte dominieren könnte.

Eine örtliche Gemeinschaft in Mühltal

ist angesichts fehlender Integrationsfaktoren (kommunikationsfördernde zentrale Einrichtungen, innerstädtische Einkaufszone, gemeinsame Schulen usw.) nur schwach ausgeprägt, von bürgerschaftlicher Zusammenarbeit in einigen ideellen Vereinen abgesehen, die als ihr Betätigungsfeld das gesamte Gemeindegebiet definiert haben. Örtliches Gemeinschaftsleben spielt sich nach wie vor in den ehemals selbständigen Gemeinden ab. Seine Strukturen wurden durch die Bildung der neuen Gemeinde nur gering beeinträchtigt.

Das Gewerbe- und Dienstleistungsangebot

ist in den Orten und in den Branchen unterschiedlich gut ausgeprägt. Medizinische Versorgung, die Angebote von Dienstleistungen, Einzelhandel und Handwerk entsprechen wohl nur knapp dem Standard einer 15000-Einwohner-Gemeinde. Nach älteren Untersuchungen decken die Mühltaler nur rund 40 v.H. ihres Bedarfs an Verbrauchsgütern des nichttäglichen Bedarfs in der eigenen Gemeinde.
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Der historische Gewerbestandort Nieder-Ramstadt hat seit den 1960er Jahren an Gewicht verloren, seit die Gemeinde der großen Nachfrage nach Erschließung von Wohnbauland in den attraktiven Lagen des Mühltals nachgab und ihr Vorzug vor der Schaffung von Siedlungsflächen für Gewerbe gab. Die Zahl von Arbeitsstätten hat folglich bei weitem nicht mit dem Anstieg der Einwohnerzahl Schritt gehalten.

Heutzutage wird das Bemühen der Gemeinde um Aufschließung von Gewerbegelände von den Vorgaben der Regionalplanung erschwert, die für das Mühltal vorrangig die Funktionen von Wohnen und Erholung vorgibt. Im Süden Nieder-Ramstadts, von allen anderen Ortschaften des Mühltals gut erreichbar, haben sich in jüngster Zeit eine Reihe von Supermärkten und Gewerbebetrieben angesiedelt, die die Palette des Waren- und Dienstleistungsangebotes deutlich verbessern, wenn auch – wie häufig anderenorts auch – zu Lasten des Einzelhandelsangebotes im Ortskern.

Der hohe Wohn- und Erholungswert

des Mühltales resultiert vor allem aus der günstigen Verkehrslage am Rande des Rhein-Main-Gebietes, aus der Nähe zur Stadt Darmstadt und der guten Erreichbarkeit der Großstädte rundum, und das alles in Verbindung mit der reizvollen Odenwaldlandschaft. Eine nicht gerne gesehene Folge dieser Attraktivität unserer Wohnlandschaft sind die ausufernd hohen Immobilienpreise in einzelnen Ortslagen.

Den Erholungswert schätzen traditionell Naherholungssuchende aus dem umgebenden Großstädten und dem Rhein-Main-Ballungsraum. Das Bettenangebot der Beherbergungsbetriebe und spezielle Infrastruktur reichen nicht aus, Mühltal als Fremdenverkehrsgemeinde zu bezeichnen. Doch gibt es einige viel besuchte Ziele, voran die Burg Frankenstein, und Einrichtungen für Rehabilitation oder Pflege, voran die Nieder-Ramstädter Diakonie, die Fachklinik für Suchtkranke, die Hessische Landesschule des Deutschen Roten Kreuzes und mehrere Sozialeinrichtungen von überörtlichem Einzugsgebiet.

Die gerade im Mühltal abwechslungsreiche Mittelgebirgs-Landschaft ist teilweise anspruchsvolles Wandergebiet. Dies, die intakte Natur und das angenehme Klima nahe der Bergstraße („Deutschlands Riviera“) lockt Erholungssuchende an. Seit 2006 gibt es einen Lehrpfad des Unesco-Geoparks Bergstraße-Odenwald, der über die siebenhunderjährige Wirtschaftsblüte durch die große Zahl von Wassermühlen informiert, wie sie in dieser Dichte kaum anderswo zu finden ist. Der Wanderweg wird von Wandergruppen aus der Region rege angenommen. Neu (2008) ist die Initiative von Rundwegen zu den bauhistorisch und baukünstlerisch berühmten Villen in Trautheim, die auf dieser Internetseite beschrieben werden.
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Schließlich macht die geografische Lage in einem Kreis geschichtsträchtiger Großstädte sowie sehenswerter Kostbarkeiten von internationalem Ruf das Wohnen im Mühltal so begehrt – natürlich auch das große Arbeitsstättenangebot im leicht erreichbaren nahen Rhein-Main-Gebiet.

Sport und Kultur

im Mühltal liegen weitgehend in der Hand von ideellen Vereinen. Sie sind teilweise auch Träger von Sportstätten wie Rasensportplätzen, Sporthallen, Reitplätzen und –hallen, Tennisplätze und ein Golfplatz. Sie für Freizeit- oder Fremdenverkehrswerbung schwerlich geeignet. Öffentlich zugänglich sind lediglich das beheizte Freibad und Teile der Sportpläthze. Amateursport, Chorgesang, Laienspiel, Karneval, Laienkunst und Kunsthandwerkstehen im kulturellen Angebot von Vereinen, Kirchen und freien Gruppen im Vordergrund.

Die Wackerfabrik bietet eine breit gefächerte Ansammlung div. Kunst- und Kulturschaffens. Daneben bestehen private Galerien.

Konfessionell

ist das Mühltal traditionell protestantisches Gebiet. Die evangelischen Kirchengemeinden decken sich mit dem Zuschnitt der ehemaligen bürgerlichen Gemeinden mit Ausnahme einer „Gebietsabtretung“ von Nieder-Ramstadt an Traisa im Bereich Trautheims. Nieder-Ramstadt und Waschenbach bilden seit jeher ein gemeinsames Kirchspiel. Vor allem durch den Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Krieg ist der Anteil der katholischen Einwohner deutlich angestiegen - in Nieder-Ramstadt hat die gemeinsame Pfarrei mit Traisa und Waschenbach die Kirche St. Michael bauen können. Die katholischen Christen aus Nieder-Beerbach und Frankenhausen gehören zu Pfarreien außerhalb Mühltals.